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So rechnet der Modernisierungsrechner

Diese Seite legt offen, nach welchem Verfahren gerechnet wird, woher die Kennwerte stammen und wo die Grenzen liegen. Sie richtet sich an alle, die das Ergebnis nachvollziehen oder fachlich prüfen möchten.

Das Verfahren

Der Rechner verwendet das Heizperiodenbilanzverfahren nach DIN V 4108-6 in Verbindung mit der Anlagenbewertung nach DIN V 4701-10. Das ist das Verfahren, das für Wohngebäude im Bestand auch bei der Ausstellung von Energieausweisen zugelassen ist.

Vereinfacht gesagt wird zunächst berechnet, wie viel Wärme das Gebäude über Dach, Wände, Fenster, Keller und Lüftung verliert. Davon werden die Wärmegewinne durch Sonneneinstrahlung und durch die Bewohner selbst abgezogen. Was übrig bleibt, muss die Heizung liefern. Im zweiten Schritt kommen die Verluste der Heizungsanlage hinzu — bei der Übergabe im Raum, in den Rohrleitungen, im Speicher und beim Wärmeerzeuger.

Aus dem Ergebnis folgen Endenergiebedarf, Primärenergiebedarf, Energieeffizienzklasse, CO₂-Ausstoß und Energiekosten.

Woher die Zahlen stammen

Kein Kennwert ist geschätzt oder frei gewählt. Jede Zahl stammt aus einer benannten Quelle mit Datum:

GrößeQuelle
Wärmedurchgang von Wänden, Dach, FensternBekanntmachung der Regeln zur Datenaufnahme im Wohngebäudebestand, BAnz AT 04.12.2020 B1, Tabellen 2 und 3
Verluste der Heizungsanlagedieselbe Bekanntmachung, Tabellen 4 bis 6
Bauteilflächen je Gebäudetyp und BaujahrInstitut Wohnen und Umwelt, Typgebäudemodell 2025 (CC BY 4.0)
PrimärenergiefaktorenGebäudeenergiegesetz, Anlage 4
TreibhausgasfaktorenGebäudeenergiegesetz, Anlage 9
Grenzen der Effizienzklassen A+ bis HGebäudeenergiegesetz, Anlage 10
Arbeitszahlen moderner WärmepumpenFeldmessungen an Bestandsgebäuden
ModernisierungskostenBaukosteninformationszentrum, co2online, Verbraucherzentrale
FörderbedingungenKfW und BAFA, jeweils zum angegebenen Stand geprüft

Der jeweils verwendete Stand von Kostenkatalog, Förderkatalog und Energiepreisen steht unter jedem Ergebnis und in jedem PDF-Bericht.

Was Sie angeben und was wir annehmen

Der Rechner kommt mit wenigen Angaben aus. Alles, was Sie nicht wissen, wird durch den für Ihr Baujahr und Ihre Gebäudeart typischen Wert ersetzt. Das Ergebnis weist aus, wie viele Bauteile auf diese Weise geschätzt wurden.

Je genauer die Angabe, desto belastbarer das Ergebnis:

GrundlageBelastbarkeit
Vorliegender Energieausweisam höchsten
Gemessener Jahresverbrauchhoch
Eigene Angaben zu Bauteilen und Heizungmittel
Typischer Wert für Baujahr und Gebäudeartam niedrigsten

Liegt ein Energieausweis vor, ersetzt er das Modell nicht, sondern justiert es. Die Wirkung einzelner Maßnahmen bleibt dadurch nachvollziehbar an die Bauteile geknüpft.

Wie Maßnahmen bewertet werden

Der Rechner arbeitet nicht mit pauschalen Einsparprozenten. Statt dessen verändert jede Maßnahme die Beschreibung des Gebäudes — eine Fassadendämmung setzt einen neuen Wärmedurchgangswert für die Wand — und die vollständige Bilanz wird neu gerechnet.

Das hat einen praktischen Vorteil: Kombinieren Sie mehrere Maßnahmen, werden deren Einsparungen nicht doppelt gezählt. Wer Dach und Fassade dämmt, spart weniger als die Summe beider Einzelmaßnahmen — genau so rechnet das Modell.

Maßnahmen werden zudem auf Anwendbarkeit geprüft. Eine Kerndämmung erscheint nur bei zweischaligem Mauerwerk, eine Dachdämmung nur bei ausgebautem Dachgeschoss. Eine Wärmepumpe wird nicht ohne Prüfung der Gebäudehülle empfohlen: Ist die Heizlast zu hoch, erscheint ein ausdrücklicher Hinweis.

Maßnahmen werden außerdem im Verbund betrachtet. Zu jeder Zusammenstellung erscheinen Hinweise darauf, was zusammengehört: Eine Wärmepumpe braucht eine gedämmte Hülle und niedrige Vorlauftemperaturen, ein Pelletkessel gewinnt durch Solarthermie für das sommerliche Warmwasser, und eine Photovoltaikanlage entfaltet ihren Nutzen erst mit hohem Eigenverbrauch. Auch die Reihenfolge zählt: Wird der Wärmeerzeuger vor der Dämmung ausgelegt, fällt er zu groß aus.

Wann sich eine Maßnahme rechnet

Die Amortisationszeit wird nicht als „Kosten geteilt durch Jahresersparnis“ gerechnet. Zwei Punkte kommen hinzu, beide in der Energieberatung üblich.

Energiepreise steigen. Was heute 1.000 € im Jahr spart, spart in zehn Jahren mehr. Angesetzt sind 4,5 % jährlich für fossile Energieträger — der CO₂-Preis verteuert sie überproportional — und 2,5 % für Strom. Gewichtet wird nach dem Energiemix Ihres Gebäudes.

Nicht alle Kosten sind energetisch bedingt. Muss die Fassade ohnehin neu verputzt oder das Dach neu eingedeckt werden, ist der Einsparung nur der Mehraufwand für die Dämmung gegenüberzustellen — die Instandsetzung wäre auch ohne Modernisierung fällig gewesen. Angesetzt sind rund 50 bis 55 % bei Dach, Fassade und Fenstern; bei rein energetischen Maßnahmen wie der Dämmung der obersten Geschossdecke sind es 100 %. Bei der Heizung bleibt es bei den vollen Kosten, weil sich nicht allgemein sagen lässt, ob der alte Kessel ohnehin fällig gewesen wäre.

Rechnet sich eine Maßnahme nicht innerhalb ihrer Nutzungsdauer, wird das so benannt. Eine Zahl wie „312 Jahre“ wäre keine Aussage, sondern ein Rechenartefakt.

Photovoltaik und Haushaltsstrom

Eine Photovoltaikanlage verbessert die Energieeffizienzklasse nach GEG nicht: Dort zählen ausschließlich Heizung, Warmwasser und Hilfsenergie. Auf die laufenden Kosten wirkt sie dennoch unmittelbar, und deshalb weist der Rechner sie getrennt aus — mit Anlagengröße, Ertrag, Eigenverbrauch, Autarkiegrad und Amortisation.

Die Anlagengröße leitet sich aus der belegbaren Dachfläche und Ihrem Strombedarf ab. Von der Dachfläche bleiben je nach Dachform 35 bis 55 % übrig; abgezogen sind die nicht belegbare Nordseite, Randabstände, Schornsteine und Gauben. Der Ertrag folgt dem spezifischen Jahresertrag Ihres Postleitzahlgebiets mit einem Abschlag für Ausrichtung und Neigung.

Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit ist der Eigenverbrauch: Eine selbst verbrauchte Kilowattstunde ersetzt Netzstrom und ist damit rund viermal so viel wert wie eine eingespeiste. Der Anteil ergibt sich aus dem Verhältnis von Erzeugung zu Verbrauch und steigt mit einem Batteriespeicher oder einer Wärmepumpe. Berücksichtigt sind auch die Betriebskosten — Versicherung, Wartung und die Rücklage für den Wechselrichtertausch.

Damit die Anlage bewertet werden kann, führt der Rechner auch den Haushaltsstrom mit: rund 1.400 kWh je Wohneinheit zuzüglich 14 kWh je Quadratmeter Wohnfläche. In der ausgewiesenen Ersparnis stecken deshalb Wärme und Haushaltsstrom.

Wie die drei Stufen entstehen

Das Wichtigste zuerst enthält nur Maßnahmen, die sich innerhalb von zwölf Jahren amortisieren, und steht unter einem Kostendeckel, der mit der Gebäudegröße wächst. Ohne ihn schlug die Stufe je nach Gebäude eine Wärmepumpe für über 60.000 € vor — das widerspricht dem Versprechen einer geringen Anfangsinvestition.

Ausgewogen modernisieren nimmt die Hüllmaßnahmen auf, die sich innerhalb von fünfundzwanzig Jahren rechnen, dazu den wirtschaftlichsten unter den energetisch führenden Wärmeerzeugern und das, was ihn wirksam macht — größere Heizflächen vor einer Wärmepumpe, Solarthermie neben einem Pelletkessel, Photovoltaik für den Eigenverbrauch.

Maximale Energieeffizienz nimmt alle wirksamen Maßnahmen auf. Bei sich ausschließenden Maßnahmen entscheidet hier die größere Einsparung an Endenergie, nicht der Preis.

Anschließend wird geprüft, dass die drei Stufen tatsächlich unterscheidbar sind und dass die teurere Stufe energetisch nicht schlechter abschneidet als die günstigere.

Kosten und Förderung

Modernisierungskosten lassen sich nicht punktgenau vorhersagen. Deshalb wird stets eine Spanne ausgewiesen. In die Finanzierung geht ein bewusst vorsichtiger Planwert ein, der über dem Erwartungswert liegt — wer eine Finanzierung auf den Mittelwert stellt, steht bei Nachträgen ohne Puffer da.

Enthalten sind neben den reinen Bauleistungen auch Planungskosten, Baunebenkosten und ein Sicherheitszuschlag. Zu jeder Position ist hinterlegt, welche Leistungen enthalten sind und welche nicht.

Die Förderung wird in drei Stufen dargestellt: konservativ, also nur an amtlicher Quelle bestätigte Bestandteile; voraussichtlich möglich; und theoretisches Maximum. Die Finanzierungsrechnung verwendet ausschließlich die konservative Stufe. Bestandteile, die nicht bestätigt werden konnten, werden nicht beziffert.

Wo die Grenzen liegen

Das Ergebnis ist eine qualifizierte Ersteinschätzung. Es ersetzt weder einen Energieausweis noch eine Energieberatung oder eine Fachplanung. Wir legen offen, wo das Modell unscharf ist:

BereichEinordnung
Gebäude der Baujahre 1970 bis 1995gut abgebildet — das Kernsegment des deutschen Bestands
Gebäude der Nachkriegsjahre 1949 bis 1957der Wandaufbau streut in dieser Epoche stark; das Ergebnis fällt eher ungünstig aus
Wohnflächen unter 100 m²werden tendenziell zu ungünstig bewertet
Neubauten ab 2009es wird die gesetzliche Mindestqualität angesetzt; tatsächlich ausgeführte Gebäude sind oft besser
Sehr untypische Gebäudeje stärker ein Gebäude von der Typologie abweicht, desto unschärfer das Ergebnis

Grundsätzlich rechnet der Rechner den Bedarf unter Normbedingungen, nicht Ihren tatsächlichen Verbrauch. In schlecht gedämmten Gebäuden wird real häufig weniger geheizt, als die Norm unterstellt — der Bedarf liegt dann über dem, was auf Ihrer Abrechnung steht. Beide Größen sind fachlich korrekt, beschreiben aber Verschiedenes.

Nachvollziehbarkeit

Die vollständige technische Dokumentation umfasst das Rechenmodell, sämtliche Annahmen mit Quelle und Datum, das Kosten- und das Fördermodell sowie einen Abweichungsbericht. Jeder Ergebnisbericht nennt die Version, mit der er erstellt wurde.

Fachkundige Dritte können damit jede Zahl bis zu ihrer Quelle zurückverfolgen. Für eine fachliche Prüfung stellen wir die Dokumentation gern zur Verfügung.

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